Kleine Kirchengeschichte

Die früheste bis jetzt bekannte urkundliche Erwähnung verdankt die Pfarrei Ottenbach einem Übersichtsregister der ehemaligen Diözese Konstanz aus dem Jahr 1275. Das Errichtungsdatum selbst ist unbekannt. Ottenbach, so darf mit guten Gründen angenommen werden, ist als eine Patronatspfarrei entstanden. Als solche wird sie 1397 unter dem Patronat der Grafen von Rechberg erwähnt. Ein späterer Patronatsherr stiftete das Gotteshaus, vielleicht auch das Pfarrhaus und stattete es mit Pfründgütern aus.
Grundlage für die Errichtung einer Pfarrei ist bis heute das vorhandene Gotteshaus. Als sicher darf angenommen werden, dass 1275 auf dem höchsten Punkt im Ottenbacher Tal die Pfarrkirche bereits erbaut war. Nachdem als Kirchenpatron bis 1475 Cyprianus und Gangolf genannt wurden, erhielt die hiesige Kirche 1699 den Hl. Sebastian als Kirchenpatron. In den Jahren 1699 / 1701 wurde der ältere Teil der heutigen Kirche neu erbaut. Nachdem sie Anfangs des 20. Jahrhunderts für die wachsende Gemeinde zu klein war, wurde 1929/1930 die Südwand durchbrochen und das neue Kirchenschiff nach Süden angebaut.
Nachdem der 2. Weltkrieg auch an der Kirche nicht spurlos vorüberging, wurde sie immer wieder umgestaltet. So wurden bei der Neugestaltung nach der Liturgiereform der Hochaltar entfernt, ein großer Volksaltar aufgestellt und die Chorraumfenster zugemauert. Erst nach der Jahrtausendwende wurde eine grundlegende Renovierung und Neugestaltung angegangen. Als erstes wurde der Teil der alten Kirche durch eine flexible Glaswand von der übrigen Kirche abgetrennt, die Bänke durch Stühle ersetzt, so dass dieser Teil der Kirche als Werktags- oder Taufkirche verwendet werden kann. Bei Hochfesten wird die Glaswand zur Seite geschoben und die Stühle auf das Hauptschiff ausgerichtet. In einem zweiten Bauabschnitt wurden die Chorraumfenster wieder ausgebrochen und der hintere Teil des Altarraumes abgetragen. Damit entstand ein größerer Bewegungsraum, der durch seine neuen Fenster ins Auge fällt. Die neuen Fenster wurden von dem Ottenbacher Glaskünster Erich Funk gestaltet und zeigen den Sonnengesang des Hl. Franziskus. Auch der restliche Teil der Kirche wurde generalsaniert. Im dritten Teil der Renovierungsmaßnahmen stand der Turm im Blickpunkt. Nicht nur ein Neuanstrich war nötig, sondern auch ein Austausch der Schallläden, und Maßnahmen, um die z.T. starken Schwingungen der Glocken zu dämpfen. In den nächsten Jahren benötigt auch die Orgel eine Generalüberholung.
Aufgrund der pastoralen Situation der Diözese Rottenburg-Stuttgart werden schon seit 1994 die beiden selbständigen Kirchengemeinden Salach und Ottenbach von einem Pfarrer mit Sitz in Salach und dessen pastoralen Mitarbeitern betreut. Die örtlichen Belange werden von zwei eigenständigen Kirchengemeinderäten mitverantwortet und getragen. Ein Ausschuss regelt gemeinsame Projekte und Aufgaben. Salach hat heute etwa 3400 Katholiken, Ottenbach etwa 1300.